Forschungsprojekte am Dr. Robert-Murjahn-Institut
Das Dr. Robert-Murjahn-Institut (RMI) führt eine Reihe von Forschungsprojekten zu den Eigenschaften von Beschichtungsstoffen und Fassadensystemen, Ihrer Dauerhaftigkeit, Nachhaltigkeit und Umweltrelevanz durch. Die Forschungsprojekte werden finanziert über Beiträge von einer Vielzahl von Partnern aus der Industrie und projektgebundenen staatlichen Fördergeldern. Des Weiteren unterstützen uns viele Forschungseinrichtungen uns durch einen intensiven fachlichen Wissensaustausch. Wir danken unseren Kooperationspartnern für die Förderung der angewandten Forschung am RMI.
Laufende Projekte
Ablaufwasser an beregneten Fassaden
In Zusammenarbeit mit Dr. M. Burkhardt, HSR, Rapperswil, Dr. H. Nebel, ibac Aachen, Ch. Scherer, IBP Holzkirchen und Dr. T. Wangler, EMPA Dübendorf, wurde der Schlagregen und das Ablaufwasser an drei Standorten in Deutschland, in Holzkirchen (Bayern), Aachen (NRW) und Ober-Ramstadt (Hessen), bestimmt und für verschiedene Fassadengeometrien und Standorte der Zusammenhang zwischen Schlagregen und Ablaufwasser ermittelt.
Robustheitsvalidierung des Dynamic surface leaching test
Das RMI nimmt an der Robustheitsvalidierung zu dem „Dynamisches Prüfverfahren zur Bestimmung der oberflächenabhängigen Freisetzung von Stoffen aus monolithischen, platten- und bahnenförmigen Bauprodukten (Dynamic surface leaching test)“ teil, der zurzeit im Normungsgremium CEN/TC 351/WG 1 „Bauprodukte – Bewertung der Freisetzung von gefährlichen Substanzen: Freisetzung in Boden und Grundwasser/Oberflächenwasser„entwickelt wird. In Kooperation mit der Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung führt das RMI die Prüfung von Kunstharzputzen nach EN 15824 durch.
Die Projekte „Ablaufwasser an beregneten Fassaden“ und die Teilnahme des RMI an der „Robustheitsvalidierung des Dynamic surface leaching test für Kunstharzputze“ wurde von folgenden Partnern finanziell unterstützt: AkzoNobel Coatings AG, BASF SE, BK-Giulini GmbH, Caparol Farben Lacke Bautenschutz GmbH, Celanese Emulsions GmbH, E. Dold & Söhne KG, Gebrüder Dorfner GmbH & Co., Evonik Industries AG, FEMA Farben + Putze GmbH, RÖFIX AG - Fixit-Gruppe, Greutol AG, Meffert AG Farbwerke, Omya International AG, PPG Coatings, Schuelke &Mayr GmbH, SOVA GmbH, Synthomer Deutschland GmbH, Thor GmbH, Wacker-Chemie GmbH, W&P Baustoffe GmbH. Wir danken IBAC Aachen, dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Holzkirchen und der Bundesanstalt für Materialforschung und –Prüfung für die Mitwirkung und dem Deutschen Institut für Bautechnik, dem EMPA, Meteomedia und der UMTEC für die Kooperation.
2010 - „Auswaschung von Bioziden aus Fassadenbeschichtungen“ INS Projekt 1066
Fassaden werden bei Bewitterung von Algen und Pilzen befallen, was die Oberflächen optisch beeinträchtigt und langfristig zu Schäden führen kann. Um diesen Befall zu verhindern, werden in Fassadenbeschichtungen Biozide gegen Algen und Pilze eingesetzt. Diese können bei Bewitterung, insbesondere bei Regenereignissen, ausgewaschen werden.
In diesem Projekt wurde eine Labormethode zur Bestimmung der Auswaschung von Bioziden aus Fassadenbeschichtungen entwickelt und validiert. Die Ergebnisse sind in die europäische Norm EN 16105 eingeflossen. Es wurden wichtige Einflußfaktoren wie Konzentrations- und Temperaturabhängigkeit der Auswaschung untersucht. Es konnte mit diesem INS Projekt gezeigt werden, daß die entwickelte Norm EN 16105 für die Praxis tauglich und zum Abschätzen der Emissionen von Bioziden aus Beschichtungen geeignet ist. Die Norm soll zur Optimierung des Einsatzes von Bioziden in Fassadenbeschichtungen und somit zur Reduktion von Herstellungskosten und zur Minimierung der in die Umwelt freigesetzten Menge an Bioziden dienen.
Die Ergebnisse der Arbeit sind in folgender Publikation zusammengefasst (Leaching of biocides from façade coatings, E. Bagda, N. Borho, U. Schoknecht, European Coatings Journal, 06/2011, S. 33).
2010 - Freilandversuche zur Validierung der Norm EN 16105
In den Jahren 2009 und 2010 führte das RMI Freilandversuche zum Auswaschverhalten von Substanzen aus Fassadenbeschichtungen durch und bestimmte die Menge an Fassadenabwasser auf Freibewitterungs-Prüfkörpern. Die Untersuchungen wurden vom Verband der Deutschen Lack- und Druckfarben-Industrie finanziert.
2009 - Ringversuch zum Normentwurf EN 16105
Koordination eines Ringversuches zur Entwicklung der Norm EN 16105 „Beschichtungsstoffe – Laborverfahren zur Bestimmung der Freisetzung von Substanzen aus Beschichtungen in intermittierendem Kontakt mit Wasser“ in Kooperation mit der Bundesanstalt für Materialforschung und –Prüfung (BAM).





