Außenbeschichtungen

Im Gegensatz zu den Beschichtungen im Innenraum sind die Außenbeschichtungen Witterungseinflüssen ausgesetzt. Auf Grund dieser unterschiedlichen Beanspruchung erfolgt eine Einteilung nach anderen Beurteilungskriterien und dementsprechend auch nach einer anderen Norm, der DIN EN 1062-1. Diese teilt die Außenbeschichtungen nach Bindemitteltyp, Lösungs- oder Dispergierzustand, Glanz, Trockenschichtdicke, Korngröße, Wasserdampf-Diffusionsstromdichte, Durchlässigkeit für Wasser, Rissüberbrückung und CO2-Durchlässigkeit ein. Dabei sind besonders die Durchlässigkeit für Wasser und die Wasserdampf-Diffusionsstromdichte für die Qualität einer Außenbeschichtung von Bedeutung.

Wasserdurchlässigkeit

Einteilung der Klassen für die Wasserdampf-Durchlässigkeit nach DIN EN 1062-1
Wasserbecken für die Bestimmung der Wasserdurchlässigkeit

Die Wasserdurchlässigkeit beschreibt, wie gut der Untergrund vor Regen geschützt wird bzw. wieviel Wasser bei Wasserkontakt durch die Beschichtung hindurch in den Untergrund gelangt. Das Ergebnis dieser Prüfung ist der sogenannte w-Wert, dessen Messung nach DIN EN 1062-3 erfolgt. Die zu testende Beschichtung wird auf einen Kalksandstein als Untergrund aufgebracht und die Rück- und Mantelseiten werden wasserdicht versiegelt. Der Kalksandstein ist sehr saugfähig, so dass sämtliches Wasser, welches durch die Beschichtung diffundiert, von Kalksandstein aufgenommen wird. Die beschichtete Seite wird ca. 1 cm tief 24 Stunden lang in ein Wasserbecken getaucht. 

Wasserdampf-Durchlässigkeit

Wägung des Masseverlustes der Prüfkörper im Klimaraum

Die Wasserdampf-Diffusionsstromdichte beschreibt wie gut Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf aus dem Untergrund heraus und durch die Beschichtung hindurch diffundieren kann. 

Die Messung des V-Wertes wird nach ISO 7783 durchgeführt. Dabei wird die zu testende Beschichtung auf hochporöse Fritten aufgebracht. Die beschichteten Fritten werden auf eine Kunststoffdose gelegt und rundherum abgedichtet. In dieser Kunststoffdose befindet sich eine spezielle Salzlösung, welche eine rel. Luftfeuchtigkeit von 93 % einstellt. Die Prüfung findet im Klimaraum bei 23 °C und 50 % rel. Luftfeuchte statt. Auf Grund des Partialdruckgefälles von 93 % rel. Luftfeuchte zu 50 % rel. Luftfeuchte diffundiert der Wasserdampf durch die Beschichtung hindurch nach außen in den Klimaraum. Mit der Zeit wird der Prüfkörper immer leichter. Aus dem Masseverlust, der definierten Prüffläche und der Zeit lässt sich die Wasserdampf-Diffusionsstromdichte berechnen.

Einteilung der Klassen für die Wasserdampf-Durchlässigkeit nach DIN EN 1062-1

Die Prüfung findet im Klimaraum bei 23 °C und 50 % rel. Luftfeuchte statt. Auf Grund des Partialdruckgefälles von 93 % rel. Luftfeuchte zu 50 % rel. Luftfeuchte diffundiert der Wasserdampf durch die Beschichtung hindurch nach außen in den Klimaraum. Mit der Zeit wird der Prüfkörper immer leichter. Aus dem Masseverlust, der definierten Prüffläche und der Zeit lässt sich die Wasserdampf-Diffusionsstromdichte berechnen. 

Der sd-Wert beschreibt die diffusionsäquivalente Luftschichtdicke einer Beschichtung und lässt sich aus dem V-Wert mit Hilfe eines Umrechnungsfaktors berechnen.