Sicherheitsdaten in Geschäftsprozesse integrieren

Hersteller und Lieferanten von Chemikalien sollen ihre Abnehmer aus der Bauwirtschaft bis Ende 2015 mit wichtigen Informationen zum Arbeits- und Umweltschutz in elektronischer Form versorgen können. Der hierzu notwendige Standard wird jetzt von einem Konsortium aus Industrie, Behörden und IT-Dienstleistern erstmals entwickelt. Das ist ein wichtiger Service für alle Beteiligten in der Lieferkette des Bauwesens und setzt Maßstäbe für andere gewerbliche Branchen. DAW ist als Pilotanwender aus der Industrie beteiligt.

Nach den Vorgaben des europäischen Chemikalienrechtes müssen Hersteller und Lieferanten von gefährlichen Stoffen und Gemischen ein Sicherheitsdatenblatt an ihre Abnehmer übermitteln. Das Sicherheitsdatenblatt ist in der gesamten Lieferkette und über alle Handels­stufen weiterzugeben, zu verarbeiten und 10 Jahre zu archivieren. Allein in der Baubranche sind rund 400 Hersteller und Lieferanten, ca. 2500 Baustoff-Fachhändler sowie über 480.000 ausführende Betriebe der Bauwirtschaft von diesem Prozess betroffen.

Obwohl für die Erstellung von Sicherheitsdatenblättern heute in den meisten Unternehmen spezi­elle Software eingesetzt wird, d. h. digitale Daten vorliegen, dominiert in der Lieferkette nach wie vor eine papierbasierte Übermittlung.. Hierbei ist auch die zunehmende Weitergabe als PDF-Datei zwar immerhin elektronisch, aber im Kern auch keine wirkliche Unterstützung für die Unternehmen. Ein elektronischer Standard zur Übermittlung der benötigten Daten und Informatio­nen aus dem Sicherheitsdatenblatt in strukturierter Form fehlt bislang.

Im Rahmen des Projekts SDBtransfer wird nun erstmals ein durchgängiger Prozess für den elektronischen Aus­tausch von sicherheitsrelevanten Daten in der Lieferkette der Bauwirt­schaft entwickelt. Mit der Etab­lierung eines digitalen Austauschformates für Angaben im Sicherheitsdatenblatt können be­stehende Medienbrüche beseitigt und ein wichtiger Beitrag zur Kostenreduzierung geleistet werden.

Viele Angaben aus diesen Datenblättern werden von den Unter­nehmen benötigt, um not­wendige Maßnahmen zum Arbeits- und Umweltschutz in den Betrieben umsetzen zu können. Diese werden bislang aufwendig von Hand erfasst. Künftig müssen diese Infor­mationen nicht mehr müh­sam aus den Papier- oder PDF-Vorlagen übertragen werden. Insbesondere KMU der chemischen Industrie, des Fachhandels sowie des Hand­werks werden dadurch bei Verwal­tungs­aufgaben entlastet.

Auch Informationen über Veränderungen von Produk­ten werden künftig schneller und rechtssicher weitergegeben. Das spart Kosten, Verwaltungsaufwand und ent­lastet die Umwelt. Nähere In­formationen, auch zu den Projektpartnern, unter: www.sdbtransfer.de

Das Projekt SDBtransfer ist Teil der Förderinitiative „eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern“, die im Rahmen des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital – IKT-Anwendungen in der Wirtschaft“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird. Der Förderschwerpunkt unterstützt gezielt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie das Handwerk bei der Entwicklung und Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). „Mittelstand-Digital“ setzt sich zusammen aus den Förderinitiativen „eKompetenz-Netzwerk für Unternehmen“ mit 38 eBusiness-Lotsen, „eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern“ mit derzeit 16 Förderprojekten und „Einfach intuitiv – Usability für den Mittelstand“ mit zurzeit 13 Förderprojekten. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.mittelstand-digital.de/.

Ansprechpartner:
Dr. Helmut Möbus (Telefon: 06154-7171159)
Tatjana Spahl (Telefon: 06154-7171551)

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