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In-Can-VOC-/SVOC-Bestimmung mittels Gaschromatographie (GC)

Da sich Menschen einen Großteil des Tages in Innenräumen aufhalten, werden heute bevorzugt lösemittelfreie Farben eingesetzt. Die Lösemittelfreiheit wird gemäß ISO 17895* über ein gaschromatrographisches Verfahren geprüft.

Hierzu werden die Proben in einem Ofen temperiert. Die flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) in den Innenfarben werden dabei freigesetzt und in einen Gaschromatographen überführt. Dort werden sie aufgetrennt und die VOC bis 250 °C als Summenparameter mittels Flammen-Ionisations-Detektion (FID) nachgewiesen. Die Quantifizierung basiert auf einer Standardaddition.

Des Weiteren kann das RMI den Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC-Gehalt) und den Gehalt an schwerflüchtigen organischen Verbindungen (SVOC-Gehalt) von Beschichtungsstoffen nach der ISO 11890-2* gaschromatographisch bestimmen. Diese Bestimmung erfolgt über Flüssiginjektion  der präparierten Probe in den Gaschromatographen und anschließender Detektion mittels Flammen-Ionisations-Detektion (FID) und/oder massenselektiver Detektion (MSD).

Umweltanalytik: Emissionskammermessung von Beschichtungen nach EN 16402

Für ein gesundes Wohnklima müssen Innenfarben und andere Beschichtungsstoffe für den Innenraum emissionsarm sein.

Die Emissionen von Beschichtungen im Innenraum lassen sich mit standardisierten Prüfkammern gemäß der Europäischen Normen EN 16402 für Beschichtungsstoffe und EN 16516 für Bauprodukte bestimmen. Den Europäische Normen liegen weiter die internationalen Normen ISO 16000-9* (Prüfkammerverfahren), ISO 16000-6* (Bestimmung des VOC- und SVOC-Gehaltes) und ISO 16000-3 (Bestimmung des Formaldehyd und Acetaldehyd-Gehaltes) zugrunde.

Zur Prüfung werden Beschichtungsproben in einen miniaturisierten "Modellraum" eingebracht und in bestimmten Zeiträumen, nach 3, 7 und 28 Tagen, Luftproben entnommen. Flüchtige organische Verbindungen (VOC) werden auf Sorptions-Material gesammelt und mittels Gaschromatographie untersucht. Formaldehyd und Acetaldehyd werden auf Trägermaterial (DNPH-Kartuschen) gesammelt und mittels Flüssigchromatographie analysiert.

Die flüchtigen organischen Verbindungen werden durch Erhitzen der Probe von dem Proberöhrchen auf einen Gaschromatographen überführt. Dort werden die Substanzen auf einer chromatographischen Säule aufgetrennt und anschließend mit einem massenspektrometrischen Detektor nachgewiesen. Mit dieser aufwendigen, aber sehr empfindlichen Methode können komplexe organische Verbindungen identifiziert werden und bis in den Spurenbereich von einem milliardsten Volumenanteil in der Luft (1 ppb bzw. 1,2 µg pro 1 m³ Luft) nachgewiesen werden. Die Emissionen von Produkten für den deutschen Markt werden anschließend nach dem sogenannten AgBB-Schema, einem Bewertungsschema des Ausschusses zur gesundheitlichen Bewertung von Bauproduktemissionen (AGBB) durchgeführt.

* akkreditierte Prüfung